Aufnahmekriterien

Aufgenommen werden in die FK Legau alkohol- und medikamentenabhängige Frauen im Alter von 21 bis 65Jahren (in Einzelfällen auch darüber) sowie Mütter in einem separaten Haus zusammen mit ihren nicht schulpflichtigen Kindern (0 bis 6 Jahre). Bedingung ist eine freiwillige Entscheidung zur Therapie sowie die Bereitschaft der Klientin, sich mit ihrer Abhängigkeit auseinanderzusetzen und abstinent zu leben.

Im Rahmen der Therapiekette erwarten wir eine ambulante Vorbereitung durch die
psychosoziale Beratungsstelle, das Gesundheitsamt oder eine Klinik. Wir empfehlen die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe bzw. einer Motivationsgruppe der entsendenden Einrichtung, da sich entsprechende Vorerfahrungen günstig auf den Behandlungsverlauf auswirken.

Formale Voraussetzungen:
- Freiwilligkeitserklärung                                                                                                                                                                                                                                                                     - stationäre Entgiftung oder mindestens 4 -wöchige Abstinenz 

- schriftliche Kostenzusage
- Arztbericht
- Sozialbericht und ggf. Schlussbericht einer vorausgegangenen Therapie
- Zahnsanierungsbestätigung
- bei Mitaufnahme von Kindern: Kostenübernahmeerklärung

Bei Unklarheiten, längerer Wartezeit oder Unsicherheit vor einer stationären Behandlung, empfehlen wir nach Voranmeldung ein Vorgespräch mit einer Besichtigung der Klinik.

Wir nehmen uns gerne Zeit für Ihre Fragen!

Nicht aufgenommen werden Klientinnen, die
- aktuell illegale Drogen konsumieren (Aufnahme drogenabhängiger Mütter nach Entgiftung möglich: vgl. Sonderkonzept im Download)
- an einer akuten Psychose erkrankt sind
- schwerwiegende hirnorganische Beeinträchtigungen aufweisen
- bei denen eine akute Suizidgefahr besteht

Beim Vorhandensein einer wesentlichen körperlichen Behinderung, bei Sprachproblemen, Straffälligkeit oder mehrfach vorausgegangenen Entwöhnungsbehandlungen wird im Einzelfall abgeklärt, ob eine Aufnahme möglich ist. Hierzu sind entsprechende Vorgespräche erforderlich.

Die Mitaufnahme von einem, je nach Platzangebot auch zwei nicht schulpflichtigen Kindern bis zum 12. Lebensjahr, ist möglich. Vor der Anmeldung sollte zunächst mit der Beratungsstelle abgeklärt werden, ob eine Mitaufnahme des Kindes (bzw. der Kinder) sinnvoll und wünschenswert ist, bzw. welche anderen Unterbringungsmöglichkeiten für das Kind zur Verfügung stehen. Die Kosten für die Mitaufnahme des Kindes werden in der Regel von den Leistungsträgern auf Antrag übernommen.

Vor der Aufnahme sollten zumindest folgende Fragen abgeklärt werden:

- Ist die Mutter im Augenblick grundsätzlich in der Lage, sich mit der Beziehung
zum Kind auseinanderzusetzen? Ist es eventuell möglich und sinnvoller, das Kind zu einem späteren Zeitpunkt nachkommen zu lassen, um der Mutter die
Möglichkeit zu geben, sich zunächst ganz auf die eigene Entwicklung zu
konzentrieren?
- Welche Motivation besteht bei der Mutter, das Kind mit in die Therapie
einzubeziehen? Welche Beziehung hat der Vater zum Kind? Inwieweit kann und
soll er in die Therapie mit einbezogen werden?
- Bestehen beim Kind Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsdefizite,
Behinderungen?

Für schulpflichtige Kinder besteht nach Absprache die Möglichkeit, die Mutter während der Ferien einige Tage in der Klinik zu besuchen, um auch hier die Beziehung zu fördern und einer Entfremdung entgegenzuwirken.

Der Aufnahmetag ist in unserer Klinik in der Regel Montag oder Mittwoch. Die Ankunft muss bis 10.30 Uhr erfolgen.
Da wir die Partner und die Familie in die Therapie mit einbeziehen möchten, ist es
wünschenswert, ein gemeinsames Gespräch am Aufnahmetag zu führen. Über weitere Details der Aufnahme informieren wir ausführlich zusammen mit der Bestätigung des Termins.